September 26, 2018

Biografie

Als Jean Rondeau, geboren 1991, sein Klavierstudium am Pariser Conservartoire begann, hatte er bereits über zehn Jahre Cembalo-Unterricht bei Blandine Verlet erhalten. Er studierte außerdem Generalbass bei Frédéric Michel und Pierre Trocellier, Orgel bei Jean Galard und ließ sich von Sylvain Halevy und Benjamin Moussay in Jazz und Improvisation sowie von Didier Louis im Chordirigieren unterweisen. Weitere Lehrer waren Olivier Baumont, Blandine Rannou und Kenneth Weiss sowie Carole Cerasi und James Johnstone an der Guildhall School of Music and Drama in London. Zusätzlich studierte er Komposition am Conservatoire à rayonnement régional de Paris (CRR) sowie Musikwissenschaft an der Université Paris-Sorbonne.

Mit 21 Jahren war Jean Rondeau einer der jüngsten Gewinner des Cembalo-Wettbewerbs des Musica Antiqua Festivals 2012 in Brügge sowie des European Union Baroque Orchestra Development Trust Awards, der an die vielversprechendsten jungen Künstler in der Europäischen Union vergeben wird. Im selben Jahr gewann Rondeau den Zweiten Preis des Cembalo-Wettbewerbs des Prague Spring International Music Festivals. 2013 erhielt er einen „Francophone Public Radio Young Soloist Prize“. Im Jahr 2015 wurde er mit dem „Victoires de la Musique“ in der Kategorie „Revelation of the Year“ ausgezeichnet, sowie im darauffolgenden Jahr mit dem Förderpreis vom Musikfest Bremen und Deutschlandfunk.

Jean Rondeau tritt regelmäßig in ganz Europa und in den Vereinigten Staaten auf. Seine Engagements – ob als Orchester-, Kammermusiker oder Solist – führten ihn bereits nach Paris, Siena, Florenz, London, Hatchland, Brügge, Prag, Brüssel, Sofia, Warschau und Miami. Rondeau arbeitete wiederholt mit dem Orchester „Les Ambassadeurs“ zusammen, ist Mitglied der Barockensembles „Nevermind“ sowie „Jupiter“ und Mitbegründer des Jazz-Projektes „Note Forget“, das ihm als Plattform für seine Jazzkompositionen dient. 2012 wurde es mit dem unter Jazz-Künstlern begehrten Preis „Trophées du Sunside“ ausgezeichnet.

Seine rege Konzerttätigkeit führte ihn zum Klavierfestival Ruhr, dem Musikfest Bremen als Artist in Residence, den Thüringer Bachwochen oder den Musikfestspielen Potsdam Sanssouci. In der Saison 2017/18 spielt er beim Rheingau Musikfestival und beim Bachfest Leipzig. Dass er sich als Cembalist nicht allein der Kammermusik verschrieben hat, belegen zahlreiche Einladungen von Orchestern wie dem Stuttgarter Kammerorchester, den Violons du Roy sowie dem Orchestre National de Lille.

Für sein Debütalbum „Bach – Imagine“ nahm er Werke von Johann Sebastian Bach auf. Auf seinem letzten Album, das im Frühjahr 2017 erschien, widmete er sich Konzerten der Bach-Familie. Zum Film „Paula“, der im Dezember 2016 in deutschen Kinos gezeigt wurde, schrieb Jean Rondeau die Filmmusik. Auf seinem neuen Album, welches im Herbst 2018 erscheint, präsentiert er Sonaten des italienischen Komponisten Domenico Scarlatti, dessen Cembalo-Sonaten in ihrem breiten Spektrum an Tempi und Tonarten beeindrucken.

Für sein Album „Vertigo“ mit Werken der spätbarocken Opernmeister Rameau und Royer wird er mit dem OPUS Klassik 2018 in der Kategorie „Solistische Einspielung des Jahres“ ausgezeichnet.