April 28, 2016

Schlüsselwerke der Romantik — einander gewidmet

Der Pianist Nicholas Angelich widmet sich auf seinem neuen Album der Freundschaft von Fréderic Chopin, Robert Schumann und Franz Liszt.

Sie kannten sich, sie schätzten sich, widmeten einander Werke, und jeder war auf seine Weise ein Moderner seiner Zeit: Frédéric Chopin, Robert Schumann und Franz Liszt. Im Abstand von etwa 18 Monaten geboren, prägten sie ein ganzes Zeitalter. Nun steht diese Trias im Mittelpunkt des neuen Albums eines der größten Klaviervirtuosen unserer Zeit: Nicholas Angelich inszeniert mit Dedication eine imaginäre Begegnung der Drei und sorgt damit für einen neuen Höhepunkt seiner Diskografie.


Schumann widmete „seinem Freund“ Frédéric Chopin im Jahr 1838 die Kreisleriana op. 16, eines seiner Lieblingswerke, in dem er sich auf die überzogene und extravagante Persönlichkeit des Dirigenten Johannes Kreisler aus E.T.A. Hoffmanns Novelle „Kater Murr“ (1821) bezog, von der 1836 Auszüge in der Revue et Gazette musicale de Paris veröffentlicht worden waren.
Im April 1839 veröffentlichte Schumann die Fantasie C-Dur op. 17 in ihrer endgültigen Fassung und widmete sie Franz Liszt. Sie hat die Form einer Sonate, wurde von Schumann aber nicht als solche bezeichnet. Fünfzehn Jahre später, im Jahr 1854, widmete Liszt, der als Hofkapellmeister in Weimar wirkte, Schumann wie als Antwort seine h-Moll-Sonate. Zu diesem Zeitpunkt war Schumann bereits schwer krank und weilte in der Nervenheilanstalt Endenich, von der Widmung Liszts sollte er nie etwas erfahren.
Chopin hat Liszt im Jahr 1833 seine erste Sammlung der Études op. 10 gewidmet, deren letzte Etüden vom Interpreten eine extreme Kraft und Virtuosität verlangen.

Nicholas Angelich - Dedication - ab 29. April im Handel.